Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Porphyrios
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Porphyrios (altgriechisch Î ÎżÏÏ†ÏÏÎčÎżÏ‚ PorphĂœrios, latinisiert Porphyrius, ursprĂŒnglich syrisch Malik; * um 233 in Tyros; † zwischen 301 und 305 in Rom) war ein antiker Philosoph der neuplatonischen Richtung und namhafter Gelehrter. Er zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Bildung und schriftstellerische ProduktivitĂ€t sowie durch die Vielfalt seiner Arbeitsfelder aus. Sein Gesamtwerk umfasste neben philosophischen und philosophiegeschichtlichen Werken zahlreiche Schriften zu anderen Themenbereichen (alle in griechischer Sprache), von denen die meisten nicht erhalten geblieben sind. Insbesondere setzte er sich mit philologischen und religiösen Themen auseinander. Daneben verfasste er HandbĂŒcher zur Astronomie, Astrologie und Musikwissenschaft.

Ein wichtiges Anliegen des Porphyrios war die Kommentierung von Werken Platons und des Aristoteles. Im Gegensatz zu seinem Lehrer Plotin, dem BegrĂŒnder des Neuplatonismus, kritisierte er die logischen Schriften des Aristoteles nicht, vielmehr akzeptierte er die aristotelische Logik und integrierte sie in seinen Platonismus. Diese Verbindung der Lehren Platons mit denen des Aristoteles wurde fĂŒr den spĂ€teren Neuplatonismus wegweisend. Porphyrios verfasste eine EinfĂŒhrung (Isagoge) in die aristotelische Logik, die in der SpĂ€tantike und im Mittelalter als Standardwerk der Logik außerordentlich einflussreich war.

Bekannt wurde Porphyrios auch als Gegner des Christentums und Bibelkritiker. Großes Aufsehen erregte seine umfangreiche Kampfschrift „Gegen die Christen“, in der er nicht nur philosophische Überlegungen vorbrachte, sondern als Pionier der historisch-philologischen Bibelkritik auch historische und philologische Argumente anfĂŒhrte.

Contents

‱ Leben
‱ Werke
‱ Ethik
‱ Rezeption
‱ Moderne
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Leben

Über das Leben des Porphyrios informieren Hinweise in seinen Werken und eine um 400 entstandene Lebensbeschreibung in der Biographiensammlung „Leben der Philosophen und der Sophisten“ des Eunapios von Sardes. Eunapios bezog sein Wissen aus den Schriften des Porphyrios; er hatte wohl noch Zugang zu Werken des Philosophen, die heute verloren sind.

Porphyrios war syrischer Herkunft und hieß ursprĂŒnglich wie sein Vater Malik (grĂ€zisiert ÎœÎŹÎ»Ï°ÎżÏ‚ MĂĄlkos oder ÎœÎŹÎ»Ï‡ÎżÏ‚ MĂĄlchos), was in seiner phönizischen Muttersprache „König“ bedeutet. Daher wurde er spĂ€ter auch auf Griechisch „König“ (ÎČασÎčλΔύς BasileĂșs) genannt. Seine Heimatstadt war Tyros. Im Jahr 263 war er dreißigjĂ€hrig, daher ist seine Geburt um 233 anzusetzen.cite-ref-1[1]

Porphyrios stammte aus einer angesehenen Familie und erhielt eine sorgfĂ€ltige Erziehung. Über seine Kindheit ist nichts bekannt. Die Behauptung des Kirchengeschichtsschreibers Sokrates von Konstantinopel, er sei zeitweilig Christ gewesen, ist nicht glaubwĂŒrdig.cite-ref-2[2] Zum Studium begab er sich nach Athen, wo er Mathematik, Grammatik und Rhetorik, vor allem aber Philosophie studierte. Sein wichtigster Lehrer in Athen war der berĂŒhmte Philologe und Philosoph Longinos, mit dem ihn fortan eine lebenslange Freundschaft verband. Nach Eunapios’ Bericht erhielt er den Namen Porphyrios („der Purpurne“) von Longinos. Der Name kann als Anspielung auf die königliche Purpurkleidung und damit auf seinen Geburtsnamen gedeutet werden; vielleicht besteht ein Zusammenhang mit der berĂŒhmten Purpurproduktion seiner Heimatstadt Tyros.cite-ref-3[3]

263 ĂŒbersiedelte er nach Rom. Dort hatte Plotin, der BegrĂŒnder des Neuplatonismus, eine Philosophenschule gegrĂŒndet, der Porphyrios sich sogleich anschloss. Plotin vertrat in der Ontologie hinsichtlich der Ideenlehre eine andere Position als Longinos, die Porphyrios zunĂ€chst nicht akzeptieren wollte. Es gelang Plotin jedoch mit Hilfe seines SchĂŒlers Amelios Gentilianos im Verlauf einer mit dem Austausch von Streitschriften gefĂŒhrten Kontroverse, Porphyrios von seiner Lehrmeinung zu ĂŒberzeugen. Daraufhin widerrief Porphyrios seine bisherige Auffassung schriftlich. Er wurde ein eifriger AnhĂ€nger von Plotins Neuplatonismus. Im Auftrag seines Lehrers setzte er sich kritisch mit konkurrierenden Lehren auseinander.

Als Porphyrios unter Melancholie litt, erwog er, seinem Leben ein Ende zu setzen. Um ihn davon abzubringen, bewog ihn Plotin 268 zur Übersiedlung nach Lilybaion (heute Marsala) auf Sizilien. Dort blieb Porphyrios lĂ€ngere Zeit und erlangte Heilung von seinem Leiden. Mit Plotin stand er weiterhin in Verbindung. Einer Einladung des Longinos nach Phönizien folgte er nicht.

SpĂ€ter kehrte er, wie Eunapios schreibt, nach Rom zurĂŒck und ĂŒbernahm die Leitung der Schule des inzwischen verstorbenen Plotin.cite-ref-4[4] Er ordnete den philosophischen Nachlass des Verstorbenen, womit ihn Plotin beauftragt hatte.

Porphyrios war ein umfassend gebildeter Universalgelehrter. Seine bekanntesten SchĂŒler waren der ebenfalls aus Syrien stammende Iamblichos von Chalkis, der spĂ€ter sein philosophischer Gegner wurde, und Theodoros von Asine. Ein weiterer prominenter SchĂŒler war Chrysaorius, ein römischer Politiker, der Senator und Suffektkonsul war und zum berĂŒhmten Geschlecht der Symmachi gehörte; ihm widmete Porphyrios mehrere seiner Werke.cite-ref-5[5]

Über eine spirituelle Erfahrung berichtet Porphyrios im Alter von 68 Jahren: Er sei nur ein einziges Mal dem „ersten, jenseitigen Gott“ nahegekommen, „der keine Gestalt und keine Form hat und oberhalb des Geistes und der ganzen geistigen Welt seinen Sitz hat“, und er habe sich mit ihm vereinigt.cite-ref-6[6]

Erst in hohem Alter heiratete Porphyrios Marcella, die Witwe eines Freundes, die sieben Kinder hatte.cite-ref-7[7] Im Jahr 301 war er noch am Leben; vermutlich ist er nicht lange danach gestorben, noch vor Kaiser Diokletians Abdankung (305), Eunapios zufolge in Rom.

Werke

Porphyrios verfasste Schriften zu verschiedenen Bereichen der Philosophie: zur Logik, Metaphysik, Ethik, Seelenkunde und Philosophiegeschichte. In seinen mehr als 60 Werken befasste er sich auch mit Religion, Mythologie, Rhetorik, Grammatik, Literarkritik, Astronomie und Musiktheorie. Nur ein kleiner Teil seines Gesamtwerks ist erhalten.

Ganz oder zu einem erheblichen Teil erhaltene Werke

Isagoge

Die weitaus grĂ¶ĂŸte Nachwirkung unter den Schriften des Porphyrios hatte die Isagoge („EinfĂŒhrung“), eine fĂŒr AnfĂ€nger gedachte EinfĂŒhrung in die aristotelische Logik. Er verfasste sie wĂ€hrend seines Sizilienaufenthalts auf Bitten seines SchĂŒlers Chrysaorius. FrĂŒher glaubte man, der volle Titel habe gelautet Eisagƍgᾗ eis tas AristotĂ©lous katēgorĂ­as („EinfĂŒhrung in die Kategorien des Aristoteles“). Dies trifft aber nicht zu; die Isagoge sollte nicht nur in die Kategorienlehre des Aristoteles einfĂŒhren, sondern in die Logik, deren Basis die Kategorienlehre bildete, und damit in das Philosophiestudium, das Kenntnis der Logik voraussetzte.cite-ref-8[8]

In der Isagoge setzt Porphyrios beim Leser Kenntnis des Inhalts der Kategorienschrift des Aristoteles voraus. ZusĂ€tzlich zum aristotelischen Schema der zehn Kategorien etabliert er – Vorgaben des Aristoteles folgend – eine Gruppe von fĂŒnf Fundamentalbegriffen, die spĂ€ter so genannten PrĂ€dikabilien: Gattung (gĂ©nos), Art (eĂ­dos), Differenz (diaphorĂĄ), Proprium (Ă­dion) und Akzidens (symbebēkĂłs). In diesem Gliederungssystem gehören die Kategorien zur Gattung; sie sind die obersten Gattungen. Die PrĂ€dikabilien sollen nicht nur zum VerstĂ€ndnis der Kategorienlehre beitragen, sondern vor allem auch Mittel zum Definieren, zur Begriffseinteilung und BeweisfĂŒhrung und damit die wichtigsten Instrumente jeder philosophischen Untersuchung sein.cite-ref-9[9]

Im Vorwort stellt Porphyrios bezĂŒglich der Allgemeinbegriffe – Arten (lateinisch species) und Gattungen (lateinisch genera) – die Fragen, die im Mittelalter zum Ausgangspunkt des Universalienstreits wurden: Ob Arten und Gattungen als eigenstĂ€ndige RealitĂ€t oder nur als Produkte des Denkens existieren, ob gegebenenfalls ihre eigenstĂ€ndige Existenz als körperlich oder als unkörperlich aufzufassen ist und ob sie an die Objekte der Sinneswahrnehmung gebunden sind oder unabhĂ€ngig von ihnen existieren. Porphyrios will diese Fragen jedoch hier ausdrĂŒcklich nicht beantworten, da dies einer ausfĂŒhrlichen Untersuchung vorbehalten bleiben mĂŒsse.

Philosophiegeschichte mit einer Biographie des Pythagoras

Die „Philosophiegeschichte“ (PhilĂłsophos historĂ­a) in vier BĂŒchern ist bis auf Fragmente verloren. Sie enthielt Biographien von Philosophen, die bei den Neuplatonikern als bedeutend galten, und Darstellungen von deren Lehren. Im ersten Buch wurden unter anderem die Sieben Weisen behandelt. Das dritte Buch enthielt die Lebensbeschreibung des Sokrates. Das Werk endete mit Platon, dem das vierte Buch gewidmet war. Offenbar betrachtete Porphyrios die Geschichte der griechischen Philosophie als einen Prozess, der mit Platon seinen Höhepunkt und zugleich seine Vollendung fand. Alles SpĂ€tere erscheint aus dieser Perspektive als bloße Interpretation der Lehre Platons.

Erhalten geblieben ist die Biographie des Pythagoras (PythagĂłrou bĂ­os), die einen Teil des ersten Buches bildete und wohl schon frĂŒh separate Verbreitung fand. Als Quelle hat sie zwar höheren Rang als die Pythagoras-Biographie des Iamblichos, weist aber wie diese zahlreiche legendenhafte AusschmĂŒckungen auf. Auffallend ist in den Fragmenten der „Philosophiegeschichte“ die kritische Darstellung des Sokrates, die Porphyrios einer sokratesfeindlichen Quelle (Aristoxenos) entnahm.cite-ref-10[10]

Biographie Plotins

Lange nach Plotins Tod ordnete und redigierte Porphyrios in seinen letzten Lebensjahren die Schriften seines verstorbenen Lehrers. Im Jahr 301 veröffentlichte er sie in der bis heute ĂŒblichen Einteilung als Enneaden („Neunergruppen“, sechs BĂŒcher zu je neun Schriften). Dieser Sammlung fĂŒgte er als Einleitung eine als Quelle sehr wertvolle Biographie Plotins bei: „Über Plotins Leben und die Anordnung seiner Schriften“ (Î Î”ÏÎŻ Ï„ÎżÏ… Î Î»Ï‰Ï„ÎŻÎœÎżÏ… ÎČÎŻÎżÏ… ÎșαÎč της Ï„ÎŹÎŸÎ”Ï‰Ï‚ τωΜ ÎČÎčÎČÎ»ÎŻÏ‰Îœ Î±Ï…Ï„ÎżÏ, Peri tou PlƍtĂ­nou bĂ­ou kai tēs tĂĄxeƍs tƍn biblíƍn autoĂș, lateinisch Vita Plotini).

Über die Enthaltung vom Beseelten

Die Schrift „Über die Enthaltung vom Beseelten“ (Peri apochᾗs empsĂœchƍn, lateinisch De abstinentia, vier BĂŒcher) ist an den Neuplatoniker Castricius Firmus gerichtet. Porphyrios vertritt darin einen sowohl ethisch (mit GerechtigkeitserwĂ€gungen) begrĂŒndeten als auch asketisch motivierten Vegetarismus. Dabei fĂŒhrt er Gegenargumente an und geht auf sie ein, um Castricius, der sich von dieser ErnĂ€hrungsweise abgewandt hatte, zu ĂŒberzeugen. Er kritisiert auch die Tieropfer, die einer philosophisch aufgefassten ReligionsausĂŒbung nicht angemessen seien. FĂŒr eine philosophische Lebensweise sei unter anderem eine fleischlose ErnĂ€hrung erforderlich. Die Verdauung der Fleischnahrung belaste den Körper, ihre Beschaffung und Zubereitung sei aufwĂ€ndig und lenke daher von den wichtigen Aufgaben des Philosophen ab. Es handle sich um einen Luxus, der mit der philosophischen GenĂŒgsamkeit unvereinbar sei. Zur Untermauerung seiner Argumente zitiert er eine FĂŒlle einschlĂ€giger Äußerungen aus Ă€lterer, heute zum Teil verlorener Literatur. Das vierte Buch gibt Einblick in Porphyrios’ Auffassung von der Zivilisationsgeschichte; es behandelt die Geschichte der ErnĂ€hrung bei den Griechen sowie ErnĂ€hrungssitten bei verschiedenen Völkern. Dabei geht er auch auf den Mythos von den Weltzeitaltern ein, dem zufolge die Menschen im Goldenen Zeitalter weder untereinander noch gegen die Tiere Gewalt anwendeten.

Über die Nymphengrotte in der Odyssee

In der Abhandlung „Über die Nymphengrotte in der Odyssee“ (Peri tou en OdysseĂ­a tƍn Nympháč“n ĂĄntrou, lateinisch De antro nympharum) legt Porphyrios eine Schilderung in Homers Odyssee, wo eine den Nymphen geweihte Grotte auf Ithaka beschrieben wird,cite-ref-11[11] detailliert symbolisch aus. Dabei stellt er unterschiedliche Interpretationen, die er fĂŒr legitim hĂ€lt, nebeneinander. Bei Homer ist die Grotte der Ort, wo Odysseus seine Heimat Ithaka erreicht. FĂŒr Porphyrios symbolisiert sie die sinnlich wahrnehmbare, materielle Welt, in welche die menschliche Seele hinabgestiegen ist. Zugleich ist die Grotte wegen ihrer Dunkelheit aber auch ein Symbol der unsichtbaren geistigen KrĂ€fte in der materiellen Welt. Porphyrios stĂŒtzt sich auf Ă€ltere einschlĂ€gige Literatur, insbesondere ein verlorenes Werk des Mittelplatonikers Numenios von Apameia. UnabhĂ€ngig vom Symbolcharakter der Grotte meint er, dass sie auch geographisch eine RealitĂ€t sei; es handle sich um ein uraltes Heiligtum aus vorhomerischer Zeit. Die unzulĂ€nglich ausgearbeitete Abhandlung ist nach der Meinung von Karin Alt ein FrĂŒhwerk des Porphyrios aus der Zeit, bevor er SchĂŒler Plotins wurde; andere Altertumswissenschaftler treten fĂŒr eine spĂ€tere Datierung ein.cite-ref-12[12]

An Marcella

Die zur Philosophie einladende (protreptische) Schrift „An Marcella“ (Pros MarkĂ©llan) hat die Form eines zur Veröffentlichung bestimmten Briefes an Porphyrios’ Frau Marcella. Der Philosoph verfasste den Brief, als er sich auf einer lĂ€ngeren Reise befand, die er zehn Monate nach der Hochzeit angetreten hatte. Der Text ist nur in einer einzigen Handschrift ĂŒberliefert, in welcher der Schluss fehlt.

Porphyrios tröstet Marcella, die sich offenbar in einer unerfreulichen Lage befindet, und weist darauf hin, dass die Philosophie den Ausweg aus der Leidhaftigkeit des irdischen Daseins zeige. Er betont aber auch, dass der philosophische Erlösungsweg anspruchsvoll und anstrengend sei. Vor den Affekten, die der Seele schĂ€dlich seien, warnt er eindringlich, ebenso wie auch vor menschlichen Wahnvorstellungen, mit denen man das Göttliche nicht beflecken dĂŒrfe. Zu den Wahnvorstellungen zĂ€hlt er insbesondere den Glauben, es gebe einen göttlichen Zorn und man könne Gott durch Bitten oder Opfergaben beeinflussen. Er meint, eine Verbindung mit Gott sei nur durch rechte Gesinnung möglich.

Brief an Anebo

In einem an den Ă€gyptischen Priester Anebo gerichteten Brief stellt Porphyrios kritische Fragen ĂŒber das Wesen der Ă€gyptischen Götter und der gutartigen DĂ€monen sowie ĂŒber die von ihnen handelnden philosophischen Lehren und das VerhĂ€ltnis von Menschen und Göttern in der Ă€gyptischen religiösen Praxis. Er möchte auch ĂŒber das Ă€gyptische VerstĂ€ndnis von Vorsehung und Willensfreiheit Klarheit gewinnen. Offenbar will er dem Leser die FragwĂŒrdigkeit einer nicht philosophisch reflektierten AusĂŒbung herkömmlicher religiöser Praktiken vor Augen fĂŒhren.

Zu den „Kategorien“ des Aristoteles in Frage und Antwort

Neben der Isagoge verfasste Porphyrios auch eine kurze, aus Fragen und deren Beantwortung bestehende ErklĂ€rung der Kategorienlehre des Aristoteles, betitelt „Zu den Kategorien des Aristoteles in Frage und Antwort“ (Eis tas AristotĂ©lous katēgorĂ­as kata peĂșsin kai apĂłkrisin). Das unvollstĂ€ndig ĂŒberlieferte Werk war fĂŒr den AnfĂ€ngerunterricht bestimmt.

An Gauros ĂŒber die Beseelung von Embryonen

Die Schrift „An Gauros ĂŒber die Beseelung von Embryonen“ (Pros GaĂșron peri tou pƍs empsychoĂștai ta Ă©mbrya) wurde frĂŒher irrtĂŒmlich Galen zugeschrieben. Die Autorschaft des Porphyrios ist nicht gesichert, aber sehr wahrscheinlich; jedenfalls gibt das Werk sein Gedankengut wieder. Erörtert wird die Frage, ob ein Embryo ein Sinnenwesen (záč“on, Mensch bzw. Tier) ist oder ob er sich auf der Stufe einer Pflanze befindet. Dem Embryo fehlen die Sinneswahrnehmung und der Drang zu örtlicher Bewegung, er weist nur die FĂ€higkeit zu ErnĂ€hrung und Wachstum auf und ist somit pflanzenĂ€hnlich. Daher stellt sich die Frage, ob im Embryo eine – allerdings noch nicht aktivierte – Seele ist und wann gegebenenfalls seine Beseelung erfolgt. Porphyrios gibt verschiedene Meinungen wieder und vertritt selbst die Auffassung, dass sich die Seele erst nach der Geburt mit dem Körper verbindet. Die Beseelung erfolgt von außen, indem die Seele zum Körper hinzutritt; sie wird von ihm angezogen wie das Eisen vom Magneten. Neben dieser von außen hinzukommenden Seele, die den Körper nach der Geburt ĂŒbernimmt, gibt es aber auch eine niedere, pflanzenhafte Seele, die im Embryo bereits vorhanden ist und dessen Nahrungsaufnahme und Wachstum ermöglicht; sie ist der TrĂ€ger der von den Eltern stammenden Erbinformationen. Die pflanzenartige Natur der embryonalen Seele ist unter anderem daran zu erkennen, dass dem Embryo die Nahrung nicht durch den Mund, sondern durch den Nabel zugefĂŒhrt wird wie der Pflanze durch Wurzel und Stiel.cite-ref-13[13]

Sentenzen, die zum Intelligiblen fĂŒhren

Die „Sentenzen, die zum Intelligiblen fĂŒhren“ (AphormaĂ­ pros ta noētĂĄ, lateinisch Sententiae ad intelligibilia ducentes) sind unvollstĂ€ndig erhalten. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Zitaten und paraphrasierten Aussagen aus den Schriften Plotins. Porphyrios vereinfacht und systematisiert die Äußerungen seines Lehrers. Seine Sammlung, in die er gelegentlich auch unplotinisches Gedankengut eingefĂŒgt hat, lĂ€sst erkennen, welche Lehrmeinungen Plotins er fĂŒr besonders hervorhebenswert hĂ€lt. Sein Denken kreist um den Gegensatz zwischen der intelligiblen und der sinnlich wahrnehmbaren Welt.

Homer-Probleme

Die „Homer-Probleme“ (HomērikĂĄ zētᾗmata) sind eine Zusammenstellung von Fragen der Homerphilologie. Ein großer Teil betrifft die Bedeutung einzelner Wörter und AusdrĂŒcke. Umfangreiche Passagen des Werks sind erhalten geblieben.

Kommentar zur Harmonielehre des Ptolemaios

Der Kommentar zu den HarmonikĂĄ des Klaudios Ptolemaios (Eis ta harmonikĂĄ PtolemaĂ­ou hypĂłmnēma) behandelt die Geschichte und Methodik der Musikwissenschaft, die Akustik und die Harmonik, wobei auch auf die SphĂ€renharmonie eingegangen wird. Er wurde oft zusammen mit dem kommentierten Werk des Ptolemaios kopiert und erlangte dadurch eine starke Verbreitung. Seine Einteilung der Musikinstrumente in Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente wurde zu der bis in die Neuzeit ĂŒblichen Systematik der divisio instrumentorum.cite-ref-14[14]

EinfĂŒhrung in die Apotelesmatik des Ptolemaios

Die „EinfĂŒhrung in die Apotelesmatik des Ptolemaios“ (Eisagƍgᾗ eis tēn apotelesmatikᾗn tou PtolemaĂ­ou) ist eine astronomische und astrologische EinfĂŒhrung in Ptolemaios’ Handbuch der Astrologie (Tetrabiblos).

Verlorene Werke

Von den meisten Werken des Porphyrios sind nur die Titel oder Themen und zum Teil einzelne Fragmente ĂŒberliefert. Möglich ist, dass einige der ĂŒberlieferten Titel sich nicht auf eigenstĂ€ndige Schriften beziehen, sondern nur auf einzelne Kapitel von Werken des Porphyrios.

Kommentierende philosophische Schriften

‱ Platon-Kommentare. Porphyrios kommentierte mehrere Dialoge Platons: die Politeia, den Kratylos, den Phaidon, den Philebos, den Sophistes, den Timaios und den Parmenides. Vom Parmenides-Kommentar waren Fragmente in einem Palimpsest ĂŒberliefert, der 1904 bei einem Bibliotheksbrand in Turin vernichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Fragmente aber bereits kritisch ediert. Pierre Hadot hat Porphyrios als den Verfasser identifiziert.cite-ref-15[15]
‱ Ein Kommentar zu Aristoteles’ De interpretatione, den Ammonios Hermeiou und Boethius zitieren.
‱ Eine einfĂŒhrende Schrift ĂŒber die kategorischen Syllogismen nach Aristoteles, der Boethius Material entnommen hat.
‱ Ein Kommentar zu Aristoteles’ Physik, den Simplikios in seinem Physik-Kommentar ausgiebig zitiert.
‱ Ein Kommentar zum Buch Lambda von Aristoteles’ Metaphysik, den Simplikios in seinem Kommentar zu Aristoteles’ Schrift Über den Himmel erwĂ€hnt.
‱ Der große, einem ansonsten unbekannten Philosophen namens Gedaleios gewidmete Kommentar zu den Kategorien des Aristoteles in sieben BĂŒchern (lateinisch Ad Gedalium „An Gedalius“). Darin widerlegte Porphyrios EinwĂ€nde frĂŒherer Platoniker gegen die AllgemeingĂŒltigkeit von Aristoteles’ Kategoriensystem. Im Kategorien-Kommentar des Simplikios sind einige AuszĂŒge aus diesem Werk erhalten.
‱ Ein Kommentar zu einer von Aristoteles’ ethischen Schriften in zwölf BĂŒchern, der nur in arabischen Quellen erwĂ€hnt ist.
‱ ErlĂ€uterungen zu einigen der Schriften Plotins. Porphyrios erwĂ€hnt in seiner Plotin-Biographie, dass er die ErlĂ€uterungen (hypomnᾗmata) auf Wunsch von Freunden schrieb, die völlige Klarheit ĂŒber diese Schriften erlangen wollten.cite-ref-16[16]
‱ Ein Kommentar zu Theophrasts Schrift „Über Bejahung und Verneinung“, den Boethius erwĂ€hnt.

Abhandlungen zur Metaphysik und zur Anthropologie

‱ „Über die ersten Prinzipien“ (Peri archáč“n) in zwei BĂŒchern, in der Suda angefĂŒhrt und von Proklos zitiert,cite-ref-17[17] handelte von den Hypostasen, wobei die Hypostasenlehre Plotins die Grundlage bildete.
‱ „Über die Materie“ (Peri hĂœlēs) in sechs BĂŒchern, in der Suda angefĂŒhrt und von Simplikios in dessen Physik-Kommentar zitiert.
‱ „Über die Körperlosen“ (Peri asƍmĂĄtƍn), in der Suda angefĂŒhrt.
‱ „Vermischte Untersuchungen“ (SĂœmmikta zētᾗmata) in sechs BĂŒchern; eine Reihe von Fragmenten ist ĂŒberliefert. Im Mittelpunkt steht die platonische Seelenlehre. Das Werk war nicht speziell fĂŒr Platoniker, sondern fĂŒr ein relativ breites Publikum von philosophisch interessierten Lesern bestimmt.cite-ref-18[18]
‱ „Über die Seele gegen BoĂ«thos“ (Peri psychᾗs pros Bóēthon) in fĂŒnf BĂŒchern. Zitate aus dieser Schrift sind in der Praeparatio evangelica des Eusebios von Caesarea ĂŒberliefert. Umstritten ist, ob es sich bei dem Philosophen BoĂ«thos, gegen dessen Seelenlehre Porphyrios polemisiert, um den Aristoteliker BoĂ«thos von Sidon (1. Jahrhundert v. Chr.) oder um einen ebenfalls aus Sidon stammenden gleichnamigen Stoiker des 2. Jahrhunderts v. Chr. handelt.cite-ref-19[19]
‱ „Über den Unterschied zwischen Platon und Aristoteles“ (Peri diastĂĄseƍs PlĂĄtƍnos kai AristotĂ©lous), dem Senator Chrysaorius gewidmet. Nur in der Suda erwĂ€hnt ist eine Schrift „DarĂŒber, dass Platons und Aristoteles’ Schulrichtung eine einzige ist“ (Peri tou mĂ­an eĂ­nai tēn PlĂĄtƍnos kai AristotĂ©lous haĂ­resin); dabei handelt es sich nach einer umstrittenen Hypothese nur um einen anderen Titel des erstgenannten Werks.cite-ref-20[20]
‱ „Gegen die, die das Intelligible vom Geist trennen“ (Pros tous apo tou nou chƍrízontas to noētón), eine von Timaios dem Sophisten zitierte Schrift.
‱ Drei Schriften ĂŒber die Ideenlehre im Rahmen von Kontroversen mit Amelios Gentilianos und Longinos ĂŒber die Frage, ob die Ideen außerhalb des Nous oder in ihm existieren. In den ersten beiden Schriften verteidigt Porphyrios die Position des Longinos gegen Plotin und Amelios, in der dritten, einer Palinodie, begrĂŒndet er nach einer MeinungsĂ€nderung die gegenteilige Auffassung. Die Palinodie ist möglicherweise identisch mit der Schrift „Gegen die, die das Intelligible vom Geist trennen“.
‱ „Über die Potenzen der Seele“ (Peri tƍn tēs psychᾗs dynĂĄmeƍn); umfangreiche Fragmente sind bei Stobaios ĂŒberliefert.
‱ „Über die Sinneswahrnehmung“ (Peri aisthᾗseƍs), bei Nemesios von Emesa zitiert.
‱ „Über den Schlaf und das Wachsein“ (Peri hĂœpnou kai egrēgĂłrseƍs), nur aus einer ErwĂ€hnung im Kitāb al-Fihrist des Gelehrten ibn an-NadÄ«m (10. Jahrhundert) bekannt.

Der in der Suda genannte Titel „Gegen Aristoteles ĂŒber die Lehre, dass die Seele Entelechie sei“ bezieht sich nach der vorherrschenden Forschungsmeinung nicht auf ein separates Werk, sondern auf einen Teil der Schrift „Über die Seele gegen BoĂ«thos“.cite-ref-21[21]

Werke zu religiösen und ethischen Themen

‱ „Über das, was in unserer Macht steht“ (Peri tou eph’ hēmĂ­n), eine dem Senator Chrysaorius gewidmete Abhandlung ĂŒber die KausalitĂ€t hinter den menschlichen Schicksalen. Stobaios ĂŒberliefert ausfĂŒhrliche Zitate aus diesem Werk, in dem unter anderem der Mythos des Er in Platons Politeia gedeutet wird.
‱ „Über das ‚Erkenne dich selbst‘“ (Peri tou gnáč“thi sautĂłn), eine an Iamblichos gerichtete Schrift in vier BĂŒchern, in der Porphyrios den ethischen Aspekt der Selbsterkenntnis betont. Drei Fragmente sind bei Stobaios ĂŒberliefert.
‱ „An Nemertios“ (Pros NēmĂ©rtion lĂłgos), eine Schrift, in der sich Porphyrios mit der Frage nach dem Bösen auseinandersetzt und die Vorsehung verteidigt. Der Kirchenvater Kyrill von Alexandria ĂŒberliefert in seiner Schrift „Gegen Julian“ Zitate aus diesem Werk.cite-ref-22[22]
‱ „Über die RĂŒckkehr der Seele“ (in lateinischer Übersetzung De regressu animae), eine wohl von Gaius Marius Victorinus ins Lateinische ĂŒbersetzte Abhandlung, die der Kirchenvater Augustinus öfters zitiert. Das Thema ist die Heimkehr der Seele in ihre geistige Heimat. Hier befasst sich Porphyrios unter anderem mit dem Einfluss wohlwollender und bösartiger Geistwesen auf die nach Erlösung strebende Seele und geht auch auf die Rolle des „Seelenfahrzeugs“ ein. Hinsichtlich der Aussicht auf Erlösung der menschlichen Seelen nimmt er eine grundsĂ€tzlich optimistische Haltung ein. Eine zentrale Rolle spielt dabei fĂŒr ihn die Reinigung der Seele durch philosophisches BemĂŒhen.
‱ Eine Entgegnung auf eine öffentlich verlesene Schrift des Rhetors Diophanes, der mit Bezugnahme auf die erotische Komponente des VerhĂ€ltnisses von Sokrates und Alkibiades in Platons Dialog Symposion die Meinung vertreten hatte, ein PhilosophieschĂŒler solle bereit sein, sich auf eine sexuelle Beziehung zu seinem Lehrer einzulassen.
‱ „Gegen die Christen“ (KatĂĄ Christianáč“n). Plotin legte großen Wert auf die BekĂ€mpfung von Religionen, die er fĂŒr schĂ€dlich hielt. Daher polemisierte er gegen die Gnostiker und ĂŒbertrug wohl Porphyrios die Aufgabe, die Lehre der Christen zu widerlegen. Vermutlich diesem Auftrag folgend verfasste Porphyrios – allerdings erst nach Plotins Todcite-ref-23[23] – die Kampfschrift „Gegen die Christen“ in fĂŒnfzehn BĂŒchern. Das Werk ist nicht erhalten, da die Handschriften nach dem Sieg des Christentums systematisch vernichtet wurden. Einzelne Argumente können aber aus Zitaten rekonstruiert werden.
‱ „Über die Weisheitslehre aus den OrakelsprĂŒchen“ (Peri tēs ek logíƍn philosophĂ­as), eine Schrift ĂŒber Orakel und religiöse Praktiken. Zahlreiche Fragmente sind ĂŒberliefert.
‱ „Über die Götterbildnisse“ (Peri agalmĂĄtƍn), eine Schrift ĂŒber die symbolische Deutung der Attribute der Götter in ihren bildlichen Darstellungen. Mehrere teils lange Fragmente sind erhalten. Porphyrios verteidigt die traditionelle Verehrung der Götterbildnisse, wobei er deren Symbolik in dem Sinne interpretiert, dass die abgebildeten Gottheiten mit ihren Attributen zugleich fĂŒr NaturvorgĂ€nge und kosmische KrĂ€fte stehen. Er wendet sich gegen die jĂŒdische und christliche Kritik, die unterstellt, dass die Statuen und materiellen Göttersymbole im paganen Kult mit den Göttern gleichgesetzt und als Gottheiten verehrt werden.
‱ „Über göttliche Namen“ (Peri theíƍn onomĂĄtƍn), ein in der Suda angefĂŒhrtes Werk.
‱ „Zu (den Orakeln) Julians des ChaldĂ€ers“ (Eis ta IoulianoĂș tou ChaldaĂ­ou), vielleicht identisch mit „Die Orakel der ChaldĂ€er“ (Tƍn Chaldaíƍn ta lĂłgia, eine Schrift ĂŒber die ChaldĂ€ischen Orakel).
‱ „Gegen das Buch des Zoroaster“ (Pros to tou ZƍroĂĄstrou biblĂ­on), eine von Porphyrios in seiner Biographie Plotins erwĂ€hnte Abhandlung, worin er im Auftrag Plotins ein Zarathustra zugeschriebenes Werk als unecht erweist.
‱ Ein Gedicht „Heilige Hochzeit“ (hierĂłs gĂĄmos) in enthusiastischem Stil, das Porphyrios anlĂ€sslich einer Feier von Platons Geburtstag verfasste; es fand den Beifall Plotins.

Schriften ĂŒber Homer

‱ „Über die Philosophie Homers“ (Peri tēs Homᾗrou philosophías), nur aus der Nennung in der Suda bekannt. Porphyrios war der Überzeugung, dass Homer ein Philosoph war, dessen Dichtung philosophische Lehren beinhaltet.
‱ „Über den Nutzen Homers fĂŒr die Könige“ (Peri tēs ex Homᾗrou ƍpheleĂ­as tƍn basilĂ©Ćn) in zehn BĂŒchern, nur aus der Nennung in der Suda bekannt.
‱ „Über die Styx“ (Peri StygĂłs), eine Schrift ĂŒber den Unterweltfluss Styx sowie ĂŒber die Unterwelt und das dortige Dasein der Seelen Verstorbener nach Homer. Stobaios ĂŒberliefert neun teils umfangreiche AuszĂŒge. Porphyrios beschreibt detailliert die verschiedenen Regionen der Unterwelt (des Hades) und ihre jeweiligen Bewohner. Der Hades besteht aus zwei Hauptteilen, deren Grenze der Fluss Acheron bildet, welcher den inneren Bereich der Unterwelt ringförmig einschließt. Der Außenbereich hat höllenartigen Charakter; die dortigen Seelen erinnern sich an ihr irdisches Dasein und erleiden Strafen, welche aber nicht physisch vollzogen werden, sondern nur aus Vorstellungen (phantasĂ­ai) der Seelen bestehen. Hierzu gehören die Strafen des Sisyphos und des Tantalos. Wer den Acheron ĂŒberquert und in den Innenbereich gelangt, verliert die Erinnerung an das menschliche Leben, womit auch sein Leid endet.cite-ref-24[24]

Schriften zur Rhetorik und Grammatik

‱ „Grammatische Zweifelsfragen“ (Grammatikaí aporíai), eine nur aus der Nennung in der Suda bekannte Schrift.
‱ „Philologischer Vortrag“ (PhilĂłlogos akrĂłasis) heißt eine Schrift, die Eusebios von Caesarea zitiert.cite-ref-25[25] Sie ist wohl identisch mit der PhilĂłlogos historĂ­a in fĂŒnf BĂŒchern, die in der Suda angefĂŒhrt wird.
‱ „Zum Prolog des Thukydides“ (Eis to Thoukydídou prooímion), eine nur aus der Nennung in der Suda bekannte Schrift, deren Inhalt vermutlich rhetorisch war, da Thukydides im Rhetorikunterricht studiert wurde.
‱ „Gegen Aristeides“ (Pros AristeĂ­dēn), ein nur aus der Nennung in der Suda bekanntes Werk in sieben BĂŒchern, das wohl eine Erwiderung auf Aristeides’ Kritik an Platons Position zur Rhetorik enthielt.cite-ref-26[26]
‱ „Zum Handbuch des Minukianos“ (Eis tēn MinoukianoĂș tĂ©chnēn), eine Abhandlung ĂŒber Rhetorik in Form eines Kommentars zum Handbuch eines Rhetorikers namens Minukianos (lateinisch Minucianus).cite-ref-27[27]
‱ „Die Stasis-Kunst“ (Hē peri tƍn stĂĄseƍn tĂ©chnē), eine Schrift ĂŒber die Statuslehre in der Rhetorik.cite-ref-28[28]
‱ „Sammlung rhetorischer Fragen“ (Synagƍgᾗ tƍn rhētorikáč“n zētēmĂĄtƍn); ĂŒberliefert ist nur ein Zitat in einem Scholion zum Rhetorikhandbuch des Hermogenes von Tarsos.cite-ref-29[29]

Naturwissenschaftliche Werke

‱ „Über die Nilquellen nach Pindar“ (Peri tƍn katĂĄ PĂ­ndaron tou NeĂ­lou pēgáč“n), eine nur aus der Nennung in der Suda bekannte Schrift.
‱ „EinfĂŒhrung in die Astronomie“ (Eisagƍgᾗ astronomoumĂ©nƍn) in drei BĂŒchern, ein nur aus der Nennung in der Suda bekanntes Werk.
‱ „Buch der Elemente“ lautet der Titel eines ansonsten unbekannten Werks, den der mittelalterliche Gelehrte ibn an-NadÄ«m in seinem kitāb al-Fihrist nennt, wobei er angibt, es sei teilweise ins Syrische ĂŒbersetzt worden.

Mutmaßliche Chronik

In der Forschung galt es lange als sicher, dass Porphyrios eine Chronik verfasst hat, die von der mythischen Eroberung Trojas bis 270 reichte. Man nahm an, Eusebios von Caesarea habe daraus Nachrichtenmaterial in seine Chronik ĂŒbernommen. Brian Croke hat dies 1983 bestritten, da die BegrĂŒndung unzulĂ€nglich sei.cite-ref-30[30] Timothy D. Barnes hat 1994 darauf hingewiesen, dass der einzige Beleg fĂŒr die Existenz der Chronik, eine Stelle in ibn an-NadÄ«ms kitāb al-Fihrist, falsch ĂŒbersetzt wurde; in Wirklichkeit ist dort nicht von einer Chronik die Rede, sondern von der „Philosophiegeschichte“ des Porphyrios.cite-ref-31[31] UngeklĂ€rt ist allerdings die Behauptung in der frĂŒhmittelalterlichen „Geschichte Armeniens“ des Pseudo-Moses von Choren, Porphyrios habe sich ĂŒber das Ende der Arsakidendynastie und die GrĂŒndung des Sasanidenreichs geĂ€ußert; dies kann vielleicht fĂŒr ein verlorenes Geschichtswerk des Porphyrios sprechen, wobei es sich nicht um eine Chronik handeln muss.cite-ref-32[32] In neuerer Forschungsliteratur wird mitunter an der Hypothese einer Chronik des Porphyrios festgehalten.cite-ref-33[33]

Philosophische Lehre

Philosophiegeschichtliche Einordnung

Porphyrios teilte die meisten GrundĂŒberzeugungen seines Lehrers Plotin. Daher gehört er zu der von Plotin begrĂŒndeten, seit dem 19. Jahrhundert als Neuplatonismus bezeichneten Strömung innerhalb des Platonismus, im Gegensatz zu seinem ersten Lehrer Longinos, der noch dem Mittelplatonismus zugerechnet wird. Er interpretierte Plotins Lehre, ergĂ€nzte sie mit eigenen Überlegungen und Ă€nderte manche Einzelheiten ab. Nach einer anfĂ€nglichen Meinungsverschiedenheit schloss er sich auch hinsichtlich der Streitfrage, ob die platonischen Ideen innerhalb des Nous zu verorten sind, der Position Plotins an, wonach dies der Fall ist.

Allerdings bestehen auch Unterschiede zwischen den Lehren der beiden Philosophen, und in den Werken des Porphyrios findet sich manches mittelplatonische Gedankengut. Verschiedener Meinung waren die beiden Denker unter anderem hinsichtlich des Aristotelismus. Im Unterschied zu Plotin schĂ€tzte Porphyrios Aristoteles und akzeptierte dessen Kategorienlehre auch hinsichtlich ihrer GĂŒltigkeit fĂŒr die intelligible (geistige) Welt.cite-ref-34[34] Seine Argumentation setzte sich in der spĂ€tantiken Philosophie durch und ebnete den Weg fĂŒr eine allgemeine Akzeptanz der Kategorienlehre.

Ontologie und Seelenlehre

Wie Plotin nimmt auch Porphyrios eine harmonisch geordnete Hierarchie der seienden Dinge an. Beide Denker gehen davon aus, dass sich oberhalb der materiellen, sinnlich wahrnehmbaren Welt der in Stufen gegliederte Bereich der intelligiblen Welt befindet. WĂ€hrend jedoch bei Plotin die ontologische Hierarchie in einem ĂŒberseienden Einen (hen) gipfelt, ist bei Porphyrios das oberste Prinzip nicht etwas Überseiendes, sondern das absolute Sein.

Die einzelnen Stufen (mit Ausnahme der vollkommenen obersten Stufe) sind zwar je nach ihrem ontologischen Rang mehr oder weniger unvollkommen, aber jede von ihnen ist in ihrer Besonderheit naturgemĂ€ĂŸ und unter dem Gesichtspunkt ihrer Funktion im Rahmen der gesamten Seinsordnung gut. Was diese Ordnung stört, ist als Verfehlung zu betrachten. NatĂŒrlicherweise wendet sich das Niedere stets dem Höheren zu und orientiert sich an ihm. Der menschlichen Seele ist es aber möglich, sich durch einen Willensakt den Seinsstufen unter ihr – speziell den Körpern – zuzuwenden. Durch diesen Verstoß gegen die eigentlich naturgemĂ€ĂŸe Ausrichtung ihrer Aufmerksamkeit verstrickt sie sich in Leid. Die Lösung der dadurch entstandenen Probleme besteht in der Umkehr der Seele und ihrer Wiederausrichtung auf die intelligible Welt.

Diese Konstellation bildet fĂŒr Porphyrios den Angelpunkt seiner Philosophie, die stark von metaphysischen und religiösen Fragestellungen geprĂ€gt ist. Im Zentrum seines Denkens steht die Frage nach der Erlösung der Seele von ihrem Dasein im Körper und in der materiellen Welt. Die Materie und das Körperliche wertet er wie schon Plotin als schlecht und als Grund des Übels; Erlösung bedeutet daher konsequente Befreiung vom Einfluss des Materiellen.

Ebenso wie Plotin und die spĂ€teren Neuplatoniker folgt Porphyrios der platonischen Lehre von der Seelenwanderung. Die Seelenwanderung ist das Ergebnis des Abstiegs der Seele in die Körperwelt. FĂŒr die Ursache dieses verhĂ€ngnisvollen Abstiegs hĂ€lt Porphyrios eine AttraktivitĂ€t des Körpers, welche die Seele veranlasst, sich freiwillig, aber zu ihrem Unheil dem Materiellen zuzuwenden und mit einem Körper zu verbinden. Damit folgt die Seele einer widernatĂŒrlichen Neigung. Die Freiwilligkeit und zugleich die FlĂŒchtigkeit dieser Verbindung charakterisiert Porphyrios, indem er feststellt, Körper und Seele verhielten sich zueinander wie ein Liebespaar.cite-ref-35[35]

In der Schrift „Über das, was in unserer Macht steht“ geht Porphyrios davon aus, dass sich die Seele vor ihrem Eintritt in den Körper ihre kĂŒnftigen LebensumstĂ€nde selbst gemĂ€ĂŸ ihrer Neigung frei auswĂ€hlt. Die Neigung hĂ€ngt von frĂŒheren Erfahrungen der Seele ab. Mit der Wahl wird der Rahmen bestimmt, innerhalb dessen sich das Leben gemĂ€ĂŸ den jeweiligen Notwendigkeiten abspielen wird. Beispielsweise wĂ€hlt eine Seele das Leben eines Mannes und vollbringt und erleidet dann das, was notwendigerweise zu einem mĂ€nnlichen Leben gehört.

Dem Abstieg der Seele in den Bereich des Werdens und Vergehens, in welchem sie nacheinander verschiedene Körper bewohnt, soll ihr Aufstieg und ihre RĂŒckkehr in ihre geistige Heimat folgen. Eine unerlĂ€ssliche Voraussetzung dafĂŒr ist ihre Reinigung, die durch Tugendhaftigkeit ermöglicht wird. Erforderlich ist dabei Askese, die den Einfluss des Körpers auf die Seele schwĂ€cht. Die Mittel zum Aufstieg sind eine konsequent philosophische Lebensweise und die Erlangung der benötigten Erkenntnisse, nicht – wie spĂ€ter bei Porphyrios’ SchĂŒler Iamblichos – Theurgie (kultisches Handeln, wodurch der Mensch sich göttlichem Einfluss öffnet). Nicht durch Eingreifen einer Ă€ußeren göttlichen Instanz wird die Seele erlöst, sondern sie erlöst sich selbst durch eigenes BemĂŒhen (wie schon bei Plotin). Dabei kommt ihr allerdings die Gottheit zu Hilfe, denn aus eigener Kraft kann sie nicht zur Vollendung der Weisheit gelangen.cite-ref-36[36] GrundsĂ€tzlich möglich ist der Aufstieg, weil das Wesen der Seele, das ihre naturgemĂ€ĂŸe Zugehörigkeit zur intelligiblen Welt bedingt, durch ihren Abstieg nicht beeintrĂ€chtigt werden kann, sondern stets intakt bleibt. Alles, was ihr in der materiellen Welt zustĂ¶ĂŸt, betrifft sie nur Ă€ußerlich und kann sie nicht verletzen. Der Aufstieg ist eine RĂŒckkehr der Seele zu sich selbst.cite-ref-37[37]

Ein endgĂŒltiges Ausscheiden der Seele aus dem Kreislauf der Seelenwanderung hĂ€lt Porphyrios wie schon Platoncite-ref-38[38] und Plotincite-ref-39[39] fĂŒr möglich und erstrebenswert. Den Sinn des Abstiegs der Seele in die materielle Welt und ihres Aufenthalts in Körpern sieht er darin, dass sie dadurch mit den Übeln, die zwangslĂ€ufig mit einer materiellen Daseinsweise verbunden seien, Bekanntschaft mache. Dadurch werde sie fĂŒr immer von dem BedĂŒrfnis nach solchen Erfahrungen befreit. Die endgĂŒltige Erlösung setzt allerdings fĂŒr Porphyrios voraus, dass sich die Seele durch lange und intensive philosophische BemĂŒhungen dafĂŒr qualifiziert hat.cite-ref-40[40]

In der Schrift „Über die Potenzen der Seele“ erstrebt Porphyrios eine Harmonisierung der platonischen Seelenlehre, die von Teilen der Seele ausgeht, und der aristotelischen, welche die Vermögen (Potenzen, KrĂ€fte) der Seele untersucht. Er arbeitet den Unterschied zwischen Teilen und Vermögen heraus. Zwischen Teilen besteht eine Verschiedenheit der Gattung, Vermögen hingegen können, obwohl sie verschieden sind, der gleichen Gattung angehören. Wird einem Ding ein Teil hinzugefĂŒgt oder genommen, so verĂ€ndert sich das Ding dadurch; beim Hinzutreten oder Wegfallen eines Vermögens hingegen muss dies nicht der Fall sein. Teile sind quantitative GrĂ¶ĂŸen und daher immer örtlich getrennt, wĂ€hrend die Vermögen in ihrem TrĂ€ger ungetrennt miteinander existieren, selbst teillos sind und den TrĂ€ger durchdringen. FĂŒr Porphyrios ist die Seele an sich immateriell und daher teillos. Nur durch ihre Anwesenheit im Körper, der aus Teilen besteht, und ihre Interaktion mit ihm entsteht der Eindruck von Seelenteilen.cite-ref-41[41]

Den Seelen der Tiere billigt Porphyrios ein gewisses Maß an Vernunft zu; er meint, dass sie einen Anteil am Logos haben, womit er sich gegen die gegenteilige Ansicht der Stoiker wendet. Im Tier ist der Logos zwar prĂ€sent, aber auf eine Funktion als Ordnungsfaktor beschrĂ€nkt, im Menschen steuert er das Leben. Im Gegensatz zu Plotin schließt Porphyrios aus, dass menschliche Seelen in Tierkörper eingehen;cite-ref-42[42] allerdings hat er diesbezĂŒglich eine differenzierte Lehre entwickelt, die in spĂ€tantiker Literatur unvollstĂ€ndig und daher verzerrt wiedergegeben wird. Einen prinzipiellen, von vornherein bestehenden Wesensunterschied zwischen Tier- und Menschenseelen nimmt er nicht an, sondern er geht davon aus, dass jede Seele sich in einem primĂ€ren Wahlakt fĂŒr ein menschliches oder ein tierisches Dasein entscheiden kann. In einem sekundĂ€ren Wahlakt legt sie dann weitere Einzelheiten ihres kĂŒnftigen irdischen Lebens fest. Ist eine primĂ€re Entscheidung fĂŒr die menschliche Lebensform gefallen, so fĂŒhrt dies dazu, dass fortan der Logos dominiert. Daher kommt dann im Rahmen kĂŒnftiger sekundĂ€rer Wahlakte, mit denen diese Seele ĂŒber einzelne Inkarnationen entscheidet, ein Tierleben nicht mehr in Betracht.cite-ref-43[43]

Ethik

Porphyrios unterscheidet wie schon Plotin vier Tugendklassen; dies sind in aufsteigender Ordnung politische Tugenden, reinigende Tugenden, Tugenden einer Seele, die sich dem Nous (Intellekt) zuwendet, und Tugenden des Nous. Die politischen Tugenden bewirken eine MĂ€ĂŸigung der Affekte und ermöglichen eine vernĂŒnftige soziale Interaktion. Die reinigenden Tugenden fĂŒhren zur gleichmĂŒtigen Haltung des Philosophen, der sich damit von Ă€ußeren EinflĂŒssen befreit und der Gottheit annĂ€hert. Die dritte Gruppe sind theoretische (die Betrachtung oder Kontemplation betreffende) Tugenden der Seele; sie dienen der Hinwendung der Seele zur intelligiblen Welt. Eine Sonderstellung nehmen die Tugenden des Nous als oberste Gruppe ein; sie verhalten sich zu den seelischen Tugenden (den drei anderen Gruppen) wie Urbilder zu Abbildern. Wer höhere Tugenden besitzt, verfĂŒgt zwangslĂ€ufig auch ĂŒber die niederen.

Individuationsprinzip

Das Individuum ist fĂŒr Porphyrios ein Ding, das durch ein BĂŒndel von Eigenschaften bestimmt ist, deren Zusammensetzung in keinem anderen Ding in exakt gleicher Weise vorliegen kann; beispielsweise ist Sokrates durch eine Kombination von Eigenschaften gekennzeichnet, die so in keinem anderen Menschen vorhanden ist. Demnach sind die spezifischen Eigenschaftenkombinationen der Einzeldinge das Individuationsprinzip. Das Individuum weist seine individuelle Eigenschaftenkombination nicht nur auf, sondern es ist nichts anderes als diese Eigenschaften in dieser Kombination.cite-ref-44[44]

Kritik am Christentum

In der Schrift „Gegen die Christen“ prĂ€sentiert Porphyrios Argumente, die zum Teil noch heute in Auseinandersetzungen um das Christentum eine Rolle spielen. Mit einer historischen Bibelkritik wendet er sich gegen die AuthentizitĂ€t der Bibel als einer göttlichen Offenbarung, mit philosophischen Überlegungen will er die christliche Lehre als vernunftwidrig erweisen. Dabei trĂ€gt er unter anderem folgende Gedanken vor:

‱ Er versucht die bei christlichen Autoren beliebte allegorische Exegese zu diskreditieren. Anhand eines willkĂŒrlich konstruierten Beispiels will er zeigen, dass man mit einer gewaltsamen Interpretation eines Textes alles hineindeuten könne: Homers Achilleus lasse sich als Christus deuten und sein trojanischer Gegner Hektor, der ihm unterliegt, als der Teufel.cite-ref-45[45] Nicht die Idee einer symbolischen Deutung an sich missfĂ€llt ihm – er selbst interpretiert Homers Dichtung auf diese Weise –, sondern deren Anwendung auf einen aus seiner Sicht dafĂŒr ungeeigneten Text, wobei eine unlautere Absicht verfolgt werde. Sein Vorwurf lautet, die allegorische Bibelexegese diene dem Zweck, WidersprĂŒche und Unstimmigkeiten zu vertuschen, die bei einem wörtlichen VerstĂ€ndnis bestĂŒnden.
‱ Er kritisiert die Versuche der Christen, Stellen des Tanach als Prophezeiungen zu deuten, die sich auf das kĂŒnftige Wirken Christi bezögen, und so Christus als den Messias zu erweisen. Intensiv setzt er sich diesbezĂŒglich mit dem Buch Daniel auseinander. Er kommt zum Ergebnis, dass dieses Buch erst im 2. Jahrhundert vor Christus verfasst worden sei, also rund vier Jahrhunderte nach der Zeit der historischen Personen, die darin vorkommen. Daher sei das Buch Daniel vor dem Hintergrund seiner Entstehungszeit zu sehen. Damit wendet sich Porphyrios gegen die Behauptung christlicher Autoren, im Buch Daniel sei das Wirken Christi und die im Jahr 70 erfolgte Zerstörung des Jerusalemer Tempels prophetisch angekĂŒndigt.
‱ Er weist darauf hin, dass Jesu VerkĂŒndigung fĂŒr einfache, ungebildete Leute bestimmt gewesen sei und Gott sie vor den Weisen und VerstĂ€ndigen verborgen habe (MatthĂ€us 11,25 ). Daher sei es unstimmig, dass Jesus nach der Darstellung der Evangelien in rĂ€tselhaften, auslegungsbedĂŒrftigen Gleichnissen gesprochen habe; wer vor einem schlichten Publikum spreche, mĂŒsse sich klar ausdrĂŒcken und seine Redeweise dem begrenzten Auffassungsvermögen seiner Hörer anpassen, um verstanden zu werden.
‱ Er weist detailliert auf Unterschiede zwischen den Darstellungen in den vier Evangelien hin und argumentiert anhand einzelner Stellen, die Evangelisten hĂ€tten sich im Tanach nicht gut ausgekannt. Außerdem seien die Apostel untereinander uneinig gewesen, wie aus dem Konflikt zwischen Petrus und Paulus zu ersehen sei.
‱ Wenn Christus Gott wĂ€re, hĂ€tte Gott am Kreuz gelitten, was mit seinem Wesen unvereinbar sei, denn ein Gott könne nicht dem Leiden unterworfen sein.
‱ Wenn Gott zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort durch das Wirken Christi in den Verlauf der Geschichte eingegriffen und so die Erlösung der Christen herbeigefĂŒhrt hĂ€tte, so hĂ€tte er den frĂŒheren Generationen und allen, die nichts davon erfuhren und auch von Moses nichts wussten, die Möglichkeit der Erlösung willkĂŒrlich vorenthalten.

Rezeption

Antike und Mittelalter

Die umfassende Bildung des Porphyrios fand in der SpĂ€tantike allgemein Bewunderung. Der Kirchenvater Augustinus nannte ihn den „gelehrtesten der Philosophen“cite-ref-46[46]; Ă€hnlich Ă€ußerte sich der Neuplatoniker Simplikios.cite-ref-47[47] Wohl wegen seiner grĂŒndlichen Kenntnis christlicher Lehren und weil er in seiner Jugend mit Origenes bekannt war, entstand die spĂ€tantike Legende, Porphyrios sei ursprĂŒnglich Christ gewesen und spĂ€ter vom Glauben abgefallen.cite-ref-48[48] Proklos schrieb, Porphyrios sei „mehr als alle anderen zum vollkommenen ErklĂ€rer der im Mythos verborgenen Wahrheiten geworden“.cite-ref-49[49] Iamblichos und Eunapios meinten allerdings in seinen philosophischen Stellungnahmen Unstimmigkeiten entdeckt zu haben, die Iamblichos auf Unsicherheit, Eunapios auf MeinungsĂ€nderung zurĂŒckfĂŒhrte. Auch Augustinus glaubte bei Porphyrios schwankende Ansichten erkennen zu können.

Außerordentlich folgenreich war Porphyrios’ Entscheidung, im Gegensatz zu Plotin die Kategorienlehre des Aristoteles zu akzeptieren. Seine Überzeugung, dass die aristotelische Logik mit dem Platonismus vereinbar sei, fĂŒhrte dazu, dass fortan der Neuplatonismus, der in der SpĂ€tantike die maßgebliche philosophische Richtung wurde, Aristoteles als AutoritĂ€t anerkannte und manche seiner Schriften in den Studiengang einbaute.

Porphyrios war der wichtigste Vermittler mittelplatonischen Gedankenguts an die spĂ€teren Neuplatoniker, die ihre Kenntnisse ĂŒber mittelplatonisches Schrifttum meist direkt oder indirekt ihm verdankten. Besonders stark war die Nachwirkung seines umfangreichen Timaios-Kommentars, der die gesamte weitere Timaios-Kommentierung in der Antike prĂ€gte. Porphyrios war aber fĂŒr die spĂ€tantiken Neuplatoniker keine unangefochtene AutoritĂ€t; manche von ihnen, insbesondere Iamblichos, kritisierten seine Lehrmeinungen.

Bei den arabischsprachigen Gelehrten des Mittelalters war Porphyrios als FurfĆ«riyĆ«s bekannt. Sie hatten Zugang zu arabischen Übersetzungen einiger seiner Werke, darunter neben der Isagoge Aristoteles-Kommentare, der Brief an Anebo und zumindest ein Teil der Philosophiegeschichte.cite-ref-50[50]

Isagoge

Schon in der SpĂ€tantike war die Isagoge ein maßgebliches Lehrbuch im philosophischen AnfĂ€ngerunterricht; der Kirchenvater Hieronymus erwĂ€hnte, dass er anhand von ihr in die Logik eingefĂŒhrt wurde.cite-ref-51[51] Am Anfang des 6. Jahrhunderts stellte Boethius fest, seit der Zeit des Porphyrios habe jeder, der Logik erlernen wollte, mit diesem Buch begonnen.cite-ref-52[52] Daher entstanden schon in der Antike griechische und lateinische Kommentare zur Isagoge. Ins Lateinische wurde sie zuerst im 4. Jahrhundert von Marius Victorinus, dann im ersten Jahrzehnt des 6. Jahrhunderts von Boethius ĂŒbersetzt. Die nur fragmentarisch erhaltene freie Übersetzung des Victorinus hatte eine geringe Nachwirkung, die des Boethius eine außerordentlich breite und anhaltende; sie ist in rund 300 Handschriften ĂŒberliefert. Außerdem wurde die Isagoge zweimal – im 6. und im 7. Jahrhundert – ins Syrische ĂŒbertragen; aus dem 6. oder 7. Jahrhundert stammt eine armenische Übersetzung, spĂ€ter wurden drei arabische Übersetzungen bzw. Paraphrasen angefertigt. Im 6. Jahrhundert schrieb ein Gelehrter namens Probus einen Kommentar in syrischer Sprache, von dem Fragmente erhalten sind; um 700 entstanden syrische Scholien.

Im Mittelalter war die Isagoge sowohl im Byzantinischen Reich als auch bei den lateinischsprachigen Gelehrten des Westens und in der arabischsprachigen Welt ein maßgebliches Handbuch der Logik. Im griechischsprachigen Raum waren auch AuszĂŒge und Bearbeitungen verbreitet. Lateinische, syrische und arabische Kommentare zur Isagoge zeugen von der intensiven Auseinandersetzung der mittelalterlichen Gelehrten mit diesem Werk. Wilhelm von Ockham wandte sich in seinem Isagoge-Kommentar gegen Deutungen von Porphyrios’ Text, die er fĂŒr irrig hielt, und interpretierte das Werk aus seiner antiplatonischen Perspektive. Dabei enthielt er sich aber jeder Kritik an der Auffassung des Porphyrios. Zu den arabischsprachigen Autoren, welche die Isagoge kommentierten bzw. paraphrasierten, gehören al-FārābÄ« und Avicenna.

Da in der Isagoge fĂŒnf Grundbegriffe der Logik, die fĂŒnf PrĂ€dikabilien behandelt werden – Gattung, Art, Differenz, Akzidens und Proprium (spezifisches Merkmal) –, war sie im Mittelalter auch unter der Bezeichnung „Die fĂŒnf Begriffe“ (quinque voces) bekannt. An Porphyrios als Verfasser der Isagoge erinnert die spĂ€tmittelalterliche arbor Porphyriana, der „porphyrische Baum“, eine schematische Darstellung der Ordnung von Begriffen nach dem Grad ihrer Allgemeinheit. Sie Ă€hnelt einem Baum, dessen Wurzel das Speziellste und dessen Wipfel das Allgemeinste bildet.

Gegen die Christen

Einer Forschungshypothese zufolge diente „Gegen die Christen“ der antichristlichen Polemik, welche die im Jahr 303 eingeleitete Christenverfolgung Kaiser Diokletians begleitete.cite-ref-53[53] Nach der konstantinischen Wende bemĂŒhten sich christliche Kreise um die UnterdrĂŒckung des offenbar einflussreichen Werks. Wahrscheinlich schon 324/325 ordnete Kaiser Konstantin der Große die Vernichtung aller Exemplare der Schrift an und verbot ihren Besitz mit Strafandrohung.cite-ref-54[54] Dabei handelte es sich um die erste staatliche Zensurmaßnahme, die im Interesse der christlichen Großkirche verhĂ€ngt wurde. In einem gegen den Theologen Arius gerichteten Edikt von 333 griff Konstantin Porphyrios als einen Feind des Glaubens heftig an; er nannte die Arianer, die AnhĂ€nger der Lehre des Arius, „Porphyrianer“, da sie wie Porphyrios die Gottheit Christi bestritten.

SpĂ€tantike KirchenvĂ€ter setzten sich intensiv mit dem Werk auseinander. Ebenso wie „Gegen die Christen“ sind auch die teils sehr umfangreichen Gegenschriften der christlichen Apologeten, die Porphyrios zu widerlegen versuchten, fast gĂ€nzlich verloren. Die erste bekannte Gegenschrift verfasste Methodios von Olympos vielleicht schon zu Lebzeiten des Porphyrios, die zweite (25 BĂŒcher) Eusebios von Caesarea, die dritte (30 BĂŒcher) Apollinaris von Laodicea. Nach 325 hatten die christlichen Kritiker wegen der Vernichtungsaktion wohl kaum noch Zugang zum Originaltext, sondern besaßen nur Informationen aus zweiter oder dritter Hand. 448 ließen die Kaiser Theodosius II. und Valentinian III. sĂ€mtliche noch auffindbaren Exemplare von „Gegen die Christen“ öffentlich verbrennen. In dem Edikt, mit dem sie diese Maßnahme bekanntgaben, verwiesen sie darauf, dass solche Schriften den Zorn Gottes erregen können.

Negative Urteile ĂŒber Porphyrios im Mittelalter beruhten auf der gegen ihn gerichteten Polemik der patristischen Zeit. So bezeichnete ihn im 12. Jahrhundert Johannes von Salisbury als „sehr ĂŒblen BekĂ€mpfer der katholischen Wahrheit“.cite-ref-55[55] In der mittelalterlichen byzantinischen Literatur war er als „der, der sich gegen das Christentum geĂ€ußert hat“ bekannt.cite-ref-56[56]

FrĂŒhe Neuzeit

Der berĂŒhmte Humanist Marsilio Ficino betĂ€tigte sich als Übersetzer von Werken des Porphyrios ins Lateinische; 1492 wurde in Florenz seine Übersetzung der Biographie Plotins gedruckt, 1497 in Venedig seine Übersetzung der „Sentenzen“. 1495 erschien der Erstdruck des Originaltexts der Isagoge, 1521 wurde die Schrift ĂŒber die Nymphengrotte erstmals veröffentlicht; beide Drucke waren Aldinen. Giovanni Bernardino Feliciano publizierte 1547 in Venedig eine lateinische Übersetzung der Schrift „Über die Enthaltung vom Beseelten“; er ĂŒbersetzte auch „Zu den Kategorien des Aristoteles in Frage und Antwort“ ins Lateinische. Die erste Ausgabe der griechischen Originaltexte von „Über die Enthaltung vom Beseelten“ und der „Sentenzen“ brachte Pietro Vettori (Petrus Victorius) 1548 in Florenz heraus. 1580 erschien in Basel die erste Ausgabe des griechischen Textes der Biographie Plotins in der Druckerei von Pietro Perna.

Das Interesse an der Schrift „Gegen die Christen“ erwachte im 17. Jahrhundert. Hugo Grotius stellte einige Fragmente zusammen, die er den Werken der KirchenvĂ€ter entnahm, publizierte aber nichts. Lukas Holste (Holstenius) war der erste Gelehrte, der eine Sammlung der Fragmente veröffentlichte und eine Rekonstruktion des verlorenen Werks versuchte; seine Untersuchung erschien 1630 in Rom. Im 18. Jahrhundert Ă€ußerte Lessing sein Bedauern darĂŒber, dass kein einziges Fragment erhalten sei; Holstes Arbeit war ihm offenbar unbekannt.cite-ref-57[57]

Moderne

1814 verfasste der Schriftsteller und Philologe Giacomo Leopardi einen lateinischen Kommentar zur Plotin-Biographie des Porphyrios, der erst 1982 gedruckt wurde.cite-ref-58[58] 1827 schrieb Leopardi einen Dialogo di Plotino e di Porfirio ĂŒber die Frage der Berechtigung eines selbstgewĂ€hlten Todes; darin erklĂ€rt Plotin dem lebensmĂŒden Porphyrios, es sei falsch, sich seinen Pflichten zu entziehen, indem man sich das Leben nimmt.

William Blake kannte die Schrift ĂŒber die Nymphengrotte; er ließ sich von ihr zu seinem 1821 entstandenen TemperagemĂ€lde The Sea of Time and Space anregen, und auch in seiner Dichtung sind Spuren seiner Rezeption dieses Werks des Porphyrios zu erkennen.cite-ref-59[59]

Die Frage, aus welchen Stellen in der patristischen Literatur tatsĂ€chlich authentische Fragmente von „Gegen die Christen“ gewonnen werden können, wird in der Forschungsliteratur kontrovers diskutiert.cite-ref-60[60]

In der modernen Forschung sind die Urteile ĂŒber die Leistungen des Porphyrios unterschiedlich ausgefallen. Anerkennung findet seine Bibelkritik; schon Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff bemerkte, dass er „aus der Interpretation wirklich historische SchlĂŒsse zu ziehen vermochte, etwas sehr Seltenes zumal in jener Zeit“.cite-ref-61[61] Eine eher negative EinschĂ€tzung besagt, er habe als Denker wenig Originelles geleistet, sondern hauptsĂ€chlich bereits vorhandenes Wissensgut gesammelt und erklĂ€rt.cite-ref-62[62] Dagegen wird geltend gemacht, dieses Urteil missachte den Umstand, dass seine erhalten gebliebenen Schriften teilweise fĂŒr AnfĂ€nger bestimmt und daher auf deren Kenntnisstand abgestimmt seien. Porphyrios habe aus didaktischem Grund manche Sachverhalte fĂŒr Leser mit geringen Vorkenntnissen vereinfachend dargestellt. Aus solchen Darlegungen dĂŒrfe man nicht auf das philosophische Niveau des Autors schließen.cite-ref-63[63] WĂ€hrend Porphyrios in der Ă€lteren Forschung hauptsĂ€chlich als ErklĂ€rer und Verbreiter plotinischen Gedankenguts galt, wird seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts seine EigenstĂ€ndigkeit stĂ€rker herausgearbeitet und gewĂŒrdigt.

Ausgaben (teilweise mit Übersetzung)

Ausgaben mehrerer Werke

‱ Adolf Busse (Hrsg.): Porphyrii isagoge et in Aristotelis categorias commentarium. Verlag Georg Reimer, Berlin 1887 (Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 4, Teil 1; kritische Ausgabe der Isagoge samt der lateinischen Übersetzung von Boethius sowie der Schrift Zu den 'Kategorien' des Aristoteles in Frage und Antwort; die letztere Ausgabe ist ĂŒberholt. Online: BNF).
‱ Édouard des Places (Hrsg.): Porphyre: Vie de Pythagore, Lettre Ă  Marcella. Les Belles Lettres, Paris 1982, ISBN 2-251-00361-4 (kritische Ausgabe mit französischer Übersetzung; im Anhang französische Übersetzung der Fragmente der Philosophiegeschichte).
‱ Andrew Smith (Hrsg.): Porphyrii philosophi fragmenta. Teubner, Stuttgart 1993, ISBN 3-8154-1721-X (kritische Edition von Fragmenten aus verlorenen Werken des Porphyrios).
‱ Angelo Raffaele Sodano (Hrsg.): Porfirio: Vangelo di un pagano. Rusconi, Milano 1993, ISBN 88-18-20023-2 (enthĂ€lt den griechischen Text [unkritisch] mit italienischer Übersetzung folgender Werke bzw. Fragmente: An Marcella, Über die Seele gegen BoĂ«thos, Über das ‚Erkenne dich selbst‘, Eunapios’ Biographie des Porphyrios).

Einzelne Werke (kritische Ausgaben)

Kommentare und EinfĂŒhrungen zu Werken anderer Autoren

‱ Andrew Barker (Hrsg.): Porphyry’s commentary on Ptolemy’s Harmonics. A Greek Text and Annotated Translation. Cambridge University Press, Cambridge 2015, ISBN 978-1-107-00385-9.
‱ Richard BodĂ©ĂŒs (Hrsg.): Porphyre: Commentaire aux CatĂ©gories d’Aristote. Vrin, Paris 2008, ISBN 978-2-7116-1994-8 (Zu den „Kategorien“ des Aristoteles in Frage und Antwort mit französischer Übersetzung).
‱ Emilie Boer, Stefan Weinstock: Porphyrii philosophi introductio in tetrabiblum Ptolemaei. In: Franz Cumont, Franz Boll, Wilhelm Kroll, Joseph Heeg (Hrsg.): Catalogus Codicum Astrologorum Graecorum. Band 5, Teil 4: Codices Romani, pars quarta. BrĂŒssel 1940, S. 185–228.
‱ Pierre Hadot (Hrsg.): Porfirio: Commentario al «Parmenide» di Platone. Vita e pensiero, Milano 1993, ISBN 88-343-0545-0 (mit Einleitung und italienischer Übersetzung).
‱ Massimo Raffa (Hrsg.): Porphyrius: Commentarius in Claudii Ptolemaei harmonica. De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-042516-1.
‱ Angelo Raffaele Sodano (Hrsg.): Porphyrii in Platonis Timaeum commentariorum fragmenta. Napoli 1964.

Schriften ĂŒber Homer

‱ Cristiano Castelletti (Hrsg.): Porfirio: Sullo Stige. Bompiani, Milano 2006, ISBN 88-452-5711-8 (mit italienischer Übersetzung und Kommentar).
‱ John M. Duffy u. a. (Hrsg.): Porphyry: The Cave of the Nymphs in the Odyssey. Arethusa, Buffalo (New York) 1969 (mit englischer Übersetzung, ohne Kommentar).
‱ John A. MacPhail (Hrsg.): Porphyry’s Homeric Questions on the Iliad. De Gruyter, Berlin 2011, ISBN 978-3-11-019543-9 (mit englischer Übersetzung. Rezension von Pieter W. van der Horst, in: Bryn Mawr Classical Review 2011.06.02).
‱ Hermann Schrader (Hrsg.): Porphyrii quaestionum Homericarum ad Odysseam pertinentium reliquiae. Teubner, Leipzig 1890.
‱ Laura Simonini (Hrsg.): Porfirio: L’antro delle Ninfe. Adelphi, Milano 1986 (mit italienischer Übersetzung und ausfĂŒhrlichem Kommentar).
‱ Angelo Raffaele Sodano (Hrsg.): Porphyrii quaestionum Homericarum liber I. Giannini, Napoli 1970.

Gegen die Christen

‱ Matthias Becker (Hrsg.): Porphyrios, „Contra Christianos“. Neue Sammlung der Fragmente, Testimonien und Dubia mit Einleitung, Übersetzung und Anmerkungen. (Texte und Kommentare, Band 52). De Gruyter, Berlin, Boston 2016.
‱ Richard Goulet: Cinq nouveaux fragments nominaux du traitĂ© de Porphyre „Contre les chrĂ©tiens“. In: Vigiliae Christianae. Band 64, 2010, S. 140–159.
‱ Giuseppe Muscolino (Hrsg.): Porfirio: Contro i cristiani nella raccolta di Adolf von Harnack con tutti i nuovi frammenti in appendice. Bompiani, Milano 2009, ISBN 978-88-452-6227-2 (mit italienischer Übersetzung).

Sonstige Werke

‱ Jean Bouffartigue, Michel Patillon u. a. (Hrsg.): Porphyre: De l’abstinence. 3 BĂ€nde, Les Belles Lettres, Paris 1977–1995 (mit französischer Übersetzung).
‱ Luc Brisson (Hrsg.): Porphyre: Sentences. 2 BĂ€nde, Vrin, Paris 2005 (mit französischer Übersetzung, ausfĂŒhrlichem Kommentar und Untersuchungen mehrerer Gelehrter; Band 2 S. 795–835 englische Übersetzung der Sentenzen von John Dillon).
‱ Luc Brisson u. a. (Hrsg.): Porphyre: La Vie de Plotin. 2 BĂ€nde, Vrin, Paris 1982–1992 (mit französischer Übersetzung, Kommentar und zahlreichen Einzelstudien verschiedener Gelehrter). SpĂ€ter in einer ĂŒberarbeiteten französischen Übersetzung mit selektiven Textanmerkungen, aber ohne griechischen Text: Plotin: TraitĂ©s 51–54; Porphyre: Vie de Plotin (= Plotin: TraitĂ©s. Band 9). Flammarion, Paris 2010.
‱ Richard Harder (Hrsg.): Porphyrios: Über Plotins Leben und ĂŒber die Ordnung seiner Schriften. Meiner, Hamburg 1958 (= Plotins Schriften, ĂŒbersetzt von Richard Harder. Band 5c: Anhang; mit deutscher Übersetzung).
‱ Karl Kalbfleisch (Hrsg.): Die neuplatonische, fĂ€lschlich dem Galen zugeschriebene Schrift Πρ᜞ς Î“Î±áżŠÏÎżÎœ πΔρ᜶ Ï„ÎżáżŠ Ï€áż¶Ï‚ áŒÎŒÏˆÏ…Ï‡ÎżáżŠÏ„Î±Îč τᜰ ጔΌÎČρυα aus der Pariser Handschrift zum ersten Male herausgegeben. Berlin 1895.
‱ Erich Lamberz (Hrsg.): Porphyrii sententiae ad intelligibilia ducentes. Teubner, Leipzig 1975.
‱ Irmgard MĂ€nnlein-Robert: Mystik und Allegorese. Der Platoniker Porphyrios ĂŒber Götterstatuen (ΠΔρ᜶ áŒ€ÎłÎ±Î»ÎŒÎŹÏ„Ï‰Îœ). Eine Studie zur spĂ€tantiken Religionsphilosophie (= Roma Aeterna. Band 16). Franz Steiner, Stuttgart 2024, ISBN 978-3-515-13517-7 (Sammlung der Fragmente mit deutscher Übersetzung und Analyse).
‱ Kathleen O’Brien Wicker (Hrsg.): Porphyry the Philosopher: To Marcella. Scholars Press, Atlanta (Georgia) 1987, ISBN 1-55540-139-2 (mit englischer Übersetzung und Kommentar).
‱ Walter Pötscher (Hrsg.): Porphyrios: Pros Markellan. Brill, Leiden 1969 (mit deutscher Übersetzung und Kommentar).
‱ Jean-François Pradeau: Porphyre, Lettre à Marcella. Édition critique, traduction française, introduction et notes par Jean-François Pradeau (= Philosophia antiqua. Band 169). Brill, Leiden 2023, ISBN 978-90-04-68534-5.
‱ Angelo Raffaele Sodano (Hrsg.): Porfirio: Lettera ad Anebo. L’Arte Tipografica, Napoli 1958 (mit italienischer Übersetzung).

Übersetzungen

deutsch

‱ Manuel Baumbach (Hrsg.): Die Seele im Kosmos. Porphyrios, Über die Nymphengrotte in der Odyssee. Eingeleitet, ĂŒbersetzt und mit interpretierenden Essays versehen von Manuel Baumbach, Matthias Becker, Reinhold F. Glei, Irmgard MĂ€nnlein-Robert, Christoph Riedweg und Benjamin Topp (= SAPERE. Band 32). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2019, ISBN 978-3-16-156933-3 (PDF im Open Access).
‱ Matthias Becker: Porphyrios, Contra Christianos. Neue Sammlung der Fragmente, Testimonien und Dubia mit Einleitung, Übersetzung und Anmerkungen (= Texte und Kommentare. Band 52). De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-044005-8.
‱ Ulrich Jurisch: Grundfragen der Embryonalentwicklung aus der Sicht eines Neuplatonikers. Übersetzung und Bearbeitung der Schrift des Porphyrios ĂŒber die Beseelung der Embryonen. Dissertation Erlangen 1991.
‱ Carlos J. Larrain: Die Sentenzen des Porphyrios. Lang, Frankfurt a. M. 1987, ISBN 3-8204-8683-6 (enthĂ€lt auch eine kritische Ausgabe der lateinischen Übersetzung Ficinos und eine Untersuchung der handschriftlichen Überlieferung).
‱ Detlef Weigt: Porphyrios: Über die Enthaltsamkeit von fleischlicher Nahrung. Superbia, Leipzig 2004, ISBN 3-937554-03-3 (bearbeitete Fassung einer 1879 angefertigten Übersetzung der Schrift Über die Enthaltung vom Beseelten, ohne Kommentar).
‱ Hans GĂŒnter Zekl: Porphyrios: EinfĂŒhrung in die Kategorien des Aristoteles (Isagoge). In: Hans GĂŒnter Zekl: Aristoteles: Kategorien, Hermeneutik (= Aristoteles: Organon. Band 2). Meiner, Hamburg 1998, ISBN 3-7873-1313-3, S. 153–188.

englisch

‱ Jonathan Barnes: Porphyry: Introduction. Clarendon Press, Oxford 2003, ISBN 0-19-924614-9 (Übersetzung der Isagoge mit ausfĂŒhrlichem Kommentar).
‱ Robert M. Berchman: Porphyry: Against the Christians. Brill, Leiden 2005, ISBN 90-04-14811-6 (Übersetzung der Fragmente des Werks Gegen die Christen mit ausfĂŒhrlicher EinfĂŒhrung).
‱ Gillian Clark: Porphyry: On Abstinence from Killing Animals. Cornell University Press, Ithaca (New York) 2000, ISBN 0-8014-3692-3 (Übersetzung der Schrift Über die Enthaltung vom Beseelten mit Kommentar).
‱ Robin R. Schlunk: Porphyry: The Homeric Questions. Peter Lang, New York 1993, ISBN 0-8204-1606-1 (Übersetzung mit griechischem Text ohne kritischen Apparat).
‱ Steven K. Strange: Porphyry: On Aristotle’s Categories. Cornell University Press, Ithaca (New York) 1992, ISBN 0-8014-2816-5 (Übersetzung der Schrift Zu den „Kategorien“ des Aristoteles in Frage und Antwort).

französisch

‱ Henri Dominique Saffrey, Alain-Philippe Segonds (Hrsg.): Porphyre: Lettre Ă  AnĂ©bon l’Égyptien. Les Belles Lettres, Paris 2012, ISBN 978-2-251-00576-8 (französische Übersetzung mit griechischem und lateinischem Text der Fragmente ohne kritischen Apparat und mit Kommentar).

Literatur

Übersichtsdarstellungen

‱ Mark Edwards: Porphyrios. In: Christoph Riedweg u. a. (Hrsg.): Philosophie der Kaiserzeit und der SpĂ€tantike (= Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike. Band 5/2). Schwabe, Basel 2018, ISBN 978-3-7965-3699-1, S. 1327–1349, 1426–1434.
‱ Marco Frenschkowski: Porphyrios. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 839–848.
‱ Richard Goulet u. a.: Porphyre de Tyr. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 5, Teil 2 (= V b). CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07399-0, S. 1289–1468 (gute, ĂŒbersichtliche Darstellung der Forschungsergebnisse mit besonderer BerĂŒcksichtigung der orientalischen Rezeption).
‱ Andrew Smith: Porphyry and his school. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 1. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-87642-1, S. 325–357.

Untersuchungen

‱ Pier Franco Beatrice: The Philosophy of the Few against the Christians. An Inquiry into the Textual Transmission of Porphyry’s Philosophy according to the Chaldean Oracles. Brill, Leiden/Boston 2024. – Rezension von Tiziano Dorandi, sehepunkte 25 (2025), Nr. 1 [15.01.2025], (online)
‱ Werner Deuse: Untersuchungen zur mittelplatonischen und neuplatonischen Seelenlehre. Franz Steiner, Wiesbaden 1983, ISBN 3-515-03512-5, S. 129–230.
‱ Heinrich Dörrie: Porphyrios als Mittler zwischen Plotin und Augustin. In: Paul Wilpert, Willehad P. Eckert (Hrsg.): Antike und Orient im Mittelalter. VortrĂ€ge der Kölner Mediaevistentagungen 1956–1959 (= Miscellanea Mediaevalia. Band 1). De Gruyter, Berlin 1962, S. 26–47.
‱ Heinrich Dörrie u. a.: Porphyre. Huit exposĂ©s suivis de discussions (= Entretiens sur l’AntiquitĂ© classique. Band 12). Fondation Hardt, Genf 1966 (enthĂ€lt AufsĂ€tze fĂŒhrender Philosophiehistoriker, teilweise deutsch).
‱ Udo Hartmann: Der spĂ€tantike Philosoph. Die Lebenswelten der paganen Gelehrten und ihre hagiographische Ausgestaltung in den Philosophenviten von Porphyrios bis Damaskios (= Antiquitas. Reihe 1, Band 72). Habelt, Bonn 2018, ISBN 978-3-7749-4172-4, besonders S. 50–117 (zur Biographie des Porphyrios und zu seiner Vita des Plotin) und 433–459 (zur LehrtĂ€tigkeit in Rom und dem SchĂŒlerkreis).
‱ George Karamanolis, Anne Sheppard (Hrsg.): Studies on Porphyry. Institute of Classical Studies, London 2007, ISBN 978-1-905670-12-3 (elf AufsĂ€tze).
‱ Irmgard MĂ€nnlein-Robert (Hrsg.): Die Christen als Bedrohung? Text, Kontext und Wirkung von Porphyrios’ Contra Christianos. Franz Steiner, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-515-11537-7.
‱ Marco Zambon: Porphyre et le moyen-platonisme. Vrin, Paris 2002, ISBN 2-7116-1534-0.

Bibliographie

‱ Giuseppe Girgenti: Porfirio negli ultimi cinquant’anni. Vita e Pensiero, Mailand 1994, ISBN 88-343-0813-1 (Bibliographie der Veröffentlichungen aus dem Zeitraum 1940–1994 mit Inhaltszusammenfassungen).

Weblinks

Commons

: Porphyrios

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Porphyrios im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Werke von und ĂŒber Porphyrios in der Deutschen Digitalen Bibliothek
‱ Eintrag in Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3
‱ Werke des Porphyrios in englischer Übersetzung

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Die gĂ€ngigen AnsĂ€tze schwanken zwischen 232 und 234; fĂŒr 234 plĂ€diert Richard Goulet: Le systĂšme chronologique de la Vie de Plotin. In: Luc Brisson u. a. (Hrsg.): Porphyre: La Vie de Plotin, Band 1, Paris 1982, S. 187–227, hier: 207–211.
cite-note-22. ↑ Sokrates von Konstantinopel, Kirchengeschichte 3,23,38. Siehe dazu Richard Goulet: Variations romanesques sur la mĂ©lancolie de Porphyre. In: Hermes 110, 1982, S. 443–457, hier: 455–457. FĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit der Notiz plĂ€diert jedoch Wolfram Kinzig: War der Neuplatoniker Porphyrios ursprĂŒnglich Christ? In: Manuel Baumbach, Helga Köhler, Adolf Martin Ritter (Hrsg.): Mousopolos Stephanos. Festschrift fĂŒr Herwig Görgemanns. Winter, Heidelberg 1998, ISBN 3-8253-0748-4, S. 320–332 (Digitalisat).
cite-note-33. ↑ Richard Goulet: Variations romanesques sur la mĂ©lancolie de Porphyre. In: Hermes 110, 1982, S. 443–457, hier: 446 f.
cite-note-44. ↑ Allerdings wird die GlaubwĂŒrdigkeit dieser Nachricht bestritten von Henri Dominique Saffrey: Pourquoi Porphyre a-t-il Ă©ditĂ© Plotin? In: Luc Brisson u. a. (Hrsg.): Porphyre: La Vie de Plotin. Band 2, Paris 1992, S. 31–64, hier: 35, 44.
cite-note-55. ↑ Zu Chrysaorius siehe Marie-Odile Goulet-CazĂ©: Chrysaorius. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 2, Paris 1994, S. 323–324.
cite-note-66. ↑ Porphyrios, Vita Plotini 23.
cite-note-77. ↑ Siehe zu dieser Ehe Udo Hartmann: SpĂ€tantike Philosophinnen. Frauen in den Philosophenviten von Porphyrios bis Damaskios. In: Robert Rollinger, Christoph Ulf (Hrsg.): Frauen und Geschlechter, Wien 2006, S. 43–79, hier: 55–57.
cite-note-88. ↑ Jonathan Barnes: Porphyry: Introduction, Oxford 2003, S. XIV–XVI.
cite-note-99. ↑ Siehe zu den PrĂ€dikabilien bei Porphyrios Hans GĂŒnter Zekl: Aristoteles: Kategorien, Hermeneutik, Hamburg 1998, S. LIV–LXI.
cite-note-1010. ↑ GĂŒnther Christian Hansen: Porphyrios ĂŒber Sokrates. In: Philologus 138, 1994, S. 264–266.
cite-note-1111. ↑ Homer, Odyssee 13, 102–112.
cite-note-1212. ↑ Karin Alt: Homers Nymphengrotte in der Deutung des Porphyrios. In: Hermes 126, 1998, S. 466–487; vgl. Anna Penati Bernardini: Il motivo dell’antro nell’esegesi porfiriana di Od. XIII, 102–112. In: Aevum 62, 1988, S. 116–123, hier: 119–121.
cite-note-1313. ↑ Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike. Band 6.1, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, S. 94–100, 323–332; Franz Xaver Risch: Die porphyrische Schrift ad Gaurum als ጱΔρ᜞ς Î»ÏŒÎłÎżÏ‚. In: Zeitschrift fĂŒr antikes Christentum 10, 2006, S. 260–275, hier: 263–265.
cite-note-1414. ↑ Margaret J. Kartomi: On Concepts and Classifications of Musical Instruments, Chicago/London 1990, S. 120.
cite-note-1515. ↑ Pierre-Henri Hadot: Fragments d’un commentaire de Porphyre sur le ParmĂ©nide. In: Revue des Études grecques 74, 1961, S. 410–438. Hadots Ergebnisse haben breite, aber nicht einhellige Zustimmung gefunden. Siehe dazu Jens Halfwassen: Plotin und der Neuplatonismus, MĂŒnchen 2004, S. 144 f.
cite-note-1616. ↑ Porphyrios, Vita Plotini 26.
cite-note-1717. ↑ Proklos, Theologia Platonica 1,11.
cite-note-1818. ↑ Siehe zu diesem Werk die Untersuchung von Heinrich Dörrie: Porphyrios’ „Symmikta zetemata“, MĂŒnchen 1959.
cite-note-1919. ↑ Siehe dazu John Dillon: BoĂ©thos. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 2, Paris 1994, S. 122; Jean-Pierre Schneider: BoĂ©thos de Sidon. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 2, Paris 1994, S. 126–130, hier: 130.
cite-note-2020. ↑ Siehe dazu George F. Karamanolis: Plato and Aristotle in Agreement?, Oxford 2006, S. 243–253. Karamanolis lehnt die Hypothese ab.
cite-note-2121. ↑ Anderer Ansicht ist allerdings Andrew Smith: A Porphyrian Treatise against Aristotle? In: Francis X. Martin, John A. Richmond (Hrsg.): From Augustine to Eriugena, Washington (D.C.) 1991, S. 183–186.
cite-note-2222. ↑ Zum EmpfĂ€nger Nemertios siehe StĂ©phane Toulouse: NĂšmertios. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Band 4, Paris 2005, S. 620–625.
cite-note-2323. ↑ FĂŒr SpĂ€tdatierung (4. Jahrhundert) plĂ€diert Timothy D. Barnes: Scholarship or propaganda? Porphyry Against the Christians and its historical setting. In: Bulletin of the Institute of Classical Studies 39, 1994, S. 53–65, hier: 57–62. Einen frĂŒhen Ansatz (um 271/272) vertritt beispielsweise Brian Croke: The Era of Porphyry’s Anti-Christian Polemic. In: The Journal of Religious History 13, 1984–1985, S. 1–14.
cite-note-2424. ↑ Siehe zu diesem Werk Cristiano Castelletti: Le traitĂ© Sur le Styx du philosophe nĂ©oplatonicien Porphyre. In: Les Études Classiques 75, 2007, S. 23–36.
cite-note-2525. ↑ Eusebios von Caesarea, Praeparatio evangelica 10,3.
cite-note-2626. ↑ Zu mutmaßlichen Zitaten aus diesem Werk im Gorgias-Kommentar Olympiodoros’ des JĂŒngeren siehe Charles A. Behr: Citations of Porphyry’s Against Aristides Preserved in Olympiodorus. In: American Journal of Philology 89, 1968, S. 186–199.
cite-note-2727. ↑ Siehe zu diesem Werk Malcolm Heath: Porphyry’s rhetoric. In: Classical Quarterly 53, 2003, S. 141–166.
cite-note-2828. ↑ Malcolm Heath: Porphyry’s rhetoric. In: Classical Quarterly 53, 2003, S. 141–166, hier: 143 f.
cite-note-2929. ↑ Malcolm Heath: Porphyry’s rhetoric. In: Classical Quarterly 53, 2003, S. 141–166, hier: 144.
cite-note-3030. ↑ Brian Croke: Porphyry’s Anti-Christian Chronology. In: Journal of Theological Studies 34, 1983, S. 168–185.
cite-note-3131. ↑ Timothy D. Barnes: Scholarship or propaganda? Porphyry Against the Christians and its historical setting. In: Bulletin of the Institute of Classical Studies 39, 1994, S. 53–65, hier: 55–57.
cite-note-3232. ↑ PaweƂ Janiszewski: The Missing Link. Greek Pagan Historiography in the Second Half of the Third Century and in the Fourth Century AD, Warszawa 2006, S. 410 f.; siehe auch S. 403–410 zur Widerlegung der Ă€lteren Argumente fĂŒr die Existenz der angeblichen Chronik des Porphyrios.
cite-note-3333. ↑ Beispielsweise bei Udo Hartmann: Die Geschichtsschreibung. In: Klaus-Peter Johne: Die Zeit der Soldatenkaiser. Band 2, Berlin 2008, S. 893 ff., hier: S. 915 und Anm. 62.
cite-note-3434. ↑ Zu Porphyrios’ Aristoteles-Rezeption siehe George F. Karamanolis: Plato and Aristotle in Agreement?, Oxford 2006, S. 243–330.
cite-note-3535. ↑ Heinrich Dörrie: Die Lehre von der Seele. In: Heinrich Dörrie u. a.: Porphyre. Huit exposĂ©s suivis de discussions, GenĂšve 1966, S. 165–191, hier: 181 f.
cite-note-3636. ↑ Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike. Band 6.2, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, S. 289–306.
cite-note-3737. ↑ Jean Bouffartigue, Michel Patillon u. a. (Hrsg.): Porphyre: De l’abstinence, Band 1, Paris 1977, S. LV.
cite-note-3838. ↑ Michael Bland Simmons: Universal Salvation in Late Antiquity, Oxford 2015, S. 159–165.
cite-note-3939. ↑ Michael Bland Simmons: Universal Salvation in Late Antiquity, Oxford 2015, S. 165–169.
cite-note-4040. ↑ Michael Bland Simmons: Universal Salvation in Late Antiquity, Oxford 2015, S. 169–180; Jeannie Carlier: L’aprùs-mort selon Porphyre. In: Annick Charles-Saget (Hrsg.): Retour, repentir et constitution de soi, Paris 1998, S. 133–160, hier: 133–138; Andrew Smith: Porphyry’s Place in the Neoplatonic Tradition, Den Haag 1974, S. 56–68.
cite-note-4141. ↑ Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike. Band 2, Stuttgart-Bad Cannstatt 1990, S. 82 f., 329–331.
cite-note-4242. ↑ Jeannie Carlier: L’aprùs-mort selon Porphyre. In: Annick Charles-Saget (Hrsg.): Retour, repentir et constitution de soi, Paris 1998, S. 133–160, hier: 139–160.
cite-note-4343. ↑ Werner Deuse: Untersuchungen zur mittelplatonischen und neuplatonischen Seelenlehre, Wiesbaden 1983, S. 129–212.
cite-note-4444. ↑ Siehe dazu Riccardo Chiaradonna: La teoria dell’individuo in Porfirio e lâ€™áŒ°ÎŽÎŻÏ‰Ï‚ Ï€ÎżÎčόΜ stoico. In: Elenchos 21, 2000, S. 303–331; Richard Sorabji: Porphyry on self-awareness, true self, and individual. In: George Karamanolis, Anne Sheppard (Hrsg.): Studies on Porphyry, London 2007, S. 61–69, hier: 67–69.
cite-note-4545. ↑ Gerhard Binder: Eine Polemik des Porphyrios gegen die allegorische Auslegung des Alten Testaments durch die Christen. In: Zeitschrift fĂŒr Papyrologie und Epigraphik 3, 1969, S. 81–95, hier: 91–95.
cite-note-4646. ↑ „doctissimus philosophorum“ in: De civitate Dei 19,22 (lateinischer Text und deutsche Übersetzung im Zusammenhang: https://bkv.unifr.ch/de/works/9/compare/20/102856/21.
cite-note-4747. ↑ Er nennt ihn „den Anfang all unserer GĂŒter, die wir haben“ (45T Smith), zitiert nach Franz Xaver Risch, Porphyrius als Wegbereiter christlicher Lehre, 2008, S. 3 m. Anm. 7 (https://edoc.bbaw.de/frontdoor/index/index/year/2008/docId/798)
cite-note-4848. ↑ Richard Goulet u. a.: Porphyre de Tyr. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Band 5, Teil 2 (= V b), Paris 2012, S. 1289–1468, hier: 1292 f., 1427. Wolfram Kinzig hĂ€lt die Nachrichten fĂŒr plausibel, vgl. ders., War der Neuplatoniker Porphyrios ursprĂŒnglich Christ?, in: FS Herwig Görgemanns (Heidelberg 1998) 320-332, online unter: https://www.academia.edu/28679108/War_der_Neuplatoniker_Porphyrios_urspr%C3%BCnglich_Christ.
cite-note-4949. ↑ Proklos, In Platonis rem publicam II 96.10–15 Kroll; griechischer Text und Übersetzung bei Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike. Band 3, Stuttgart-Bad Cannstatt 1993, S. 18–20 (und Kommentar S. 152 f.).
cite-note-5050. ↑ Richard Walzer: FurfĆ«riyĆ«s. In: The Encyclopaedia of Islam, Band 2, Leiden 1965, S. 948 f.
cite-note-5151. ↑ Hieronymus, Briefe 50,1.
cite-note-5252. ↑ Boethius, In isagogen Porphyrii commenta (editio prima) 1,5.
cite-note-5353. ↑ Richard Goulet u. a.: Porphyre de Tyr. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Band 5, Teil 2 (= V b), Paris 2012, S. 1289–1468, hier: 1429–1431.
cite-note-5454. ↑ Timothy D. Barnes: Scholarship or propaganda? Porphyry Against the Christians and its historical setting. In: Bulletin of the Institute of Classical Studies 39, 1994, S. 53–65, hier: 53.
cite-note-5555. ↑ Johannes von Salisbury, Policraticus 7,6.
cite-note-5656. ↑ Belege bei Richard Goulet: HypothĂšses rĂ©centes sur le traitĂ© de Porphyre Contre les chrĂ©tiens. In: Michel Narcy, Eric Rebillard (Hrsg.): HellĂ©nisme et christianisme, Villeneuve d’Ascq 2004, S. 61–109, hier: 78 f.
cite-note-5757. ↑ Siehe dazu Pier Franco Beatrice: Le traitĂ© de Porphyre contre les ChrĂ©tiens. L’état de la question. In: Kernos 4, 1991, S. 119–138, hier: 122–124.
cite-note-5858. ↑ Claudio Moreschini (Hrsg.): Giacomo Leopardi: Porphyrii de vita Plotini et ordine librorum eius, Firenze 1982.
cite-note-5959. ↑ Kathleen Raine: Blake and Tradition. Band 1, Princeton 1968, S. 75–117; Robert Lamberton: Porphyry: On The Cave of the Nymphs, Barrytown (New York) 1983, S. 15 f.
cite-note-6060. ↑ Richard Goulet: HypothĂšses rĂ©centes sur le traitĂ© de Porphyre Contre les chrĂ©tiens. In: Michel Narcy, Eric Rebillard (Hrsg.): HellĂ©nisme et christianisme, Villeneuve d’Ascq 2004, S. 61–109.
cite-note-6161. ↑ Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff u. a.: Die griechische und lateinische Literatur und Sprache, Berlin 1905, S. 195.
cite-note-6262. ↑ So urteilt beispielsweise Willy Theiler: Untersuchungen zur antiken Literatur, Berlin 1970, S. 539.
cite-note-6363. ↑ Michael Chase, Roger Harmon: Porphyrios. In: Der Neue Pauly. Band 10, Stuttgart 2001, Sp. 174–181, hier: 176.